Auf Anraten der WHO wird die WeltAidsKonferenz nicht vor Ort stattfinden.
Wegen COVID-19 wird die im Juli in San Fransisco geplante 23. WeltAidsKonderenz ähnlich wie die CROI nur online stattfinden. Die Veranstalter wollen die Teilnehmer keinem Risiko aussetzen, insbesondere da viele der Teilnehmer weltweit gegen COVID-19 im Einsatz sind.
Von Menschen mit HIV wird zur Zeit häufig die Frage an Behandler*innen herangetragen, ob sie aufgrund ihrer HIV-Erkrankung mit einem höheren Risiko einer Infektion oder eines schweren Verlaufs durch eine Infektion mit dem sich rasch ausbreitenden SARS-CoV-2 als Ursache von COVID-19 rechnen müssen.
Mehrere neuartige HIV-Medikamente sind in der Entwicklung.
Lange Zeit gab es nur wenig Bewegung bei der Entwicklung neuer HIV-Medikamente. Nun sind einige neue und auch neuartige Substanzen in den verschiedenen Phasen der Entwicklung. Zugelassen ist bislang lediglich Ibalizumab für vorbehandelte Patienten mit multiresistentem HIV, bei denen kein anderes supprimierendes, antivirales Regime zusammengestellt werden kann. Ibalizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der alle zwei Wochen infundiert wird. Das Medikament ist voraussichtlich ab Juni in Deutschland verfügbar.
Kassen übernehmen Test nur bei Symptomen. Das muss sich ändern!
Ein kritischer Artikel in „Spiegel online“: „Man kann sich nicht gratis vorsorglich auf Geschlechtskrankheiten testen lassen – das muss sich ändern“. Der Autor des Beitrags ärgert sich. Überall macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) in ihrer Plakat-Kampagne auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) aufmerksam.
In der Praxis werden wir fast täglich mit der Frage konfrontiert, ob es zusätzlichen Maßnahmen neben einer antiretroviralen Therapie (ART) gibt, das Immunsystem zu stabilisieren. Oft werden wir in diesem Zusammenhang auf Multivitaminpräparate angesprochen. Der Sinn und Zweck von Multivitaminpräparaten ist zweifelhaft, sofern ein Vitaminmangel nicht explizit nachgewiesen werden konnte. In einer der letzten Ausgaben eines renommierten amerikanischen Ärztejournals (JAMA) wurde erneut von dem vorzeitigen Abbruch einer großen Vitaminstudie berichtet, weil die Untersuchungsgruppe, die zusätzlich das Vitaminpräparat einnahm, ein erhöhtes Risiko aufwies, ein sogenanntes klinisches Ereignis (Krankheit/Tod) zu erleiden. Mit Vitaminpräparaten wird sehr, sehr viel Geld gemacht, der Nutzen bleibt weiterhin zweifelhaft.
Das Analkarzinom zählt zu den selten Tumoren und macht ca. 1% aller bösartigen Erkrankungen des Verdauungstraktes aus. Bei einer gleichzeitigen HIV-Infektion ist das Risiko, an einem Analkarzinom zu erkranken, um das 35-fache erhöht. Eine wirksame antiretrovirale Therapie scheint den Krankheitsverlauf nicht zu beeinflussen. Hauptrisikofaktor ist die Infektion mit HP Viren (Human-Papilloma-Virus).
Es gibt schätzungsweise hundert verschiedenen HPV Genotypen, die meisten Viren sind harmlos, verursachen Hautwarzen oder Kondylome. Ein anderer Teil ist potentiell onkogen, d.h., er kann Krebs auslösen. Bei ca. 90% aller positiven Männer sind HP Viren im Analbereich, häufig auch mehrere Genotypen gleichzeitig, nachweisbar. Über längeren Zeitraum können unter diesen Viren Zellveränderungen entstehen, die als anale intraepitheliale Neoplasien, kurz AIN bezeichnet werden.
Diese AIN´s gilt es bei einer Vorsorgeuntersuchung zu entdecken und ggfs. zu behandeln. Die Untersuchung ähnelt der gynäkologischen Vorsorgemaßnahme bei Frauen, die seit langer Zeit etabliert ist.
In der Praxis wird mittels eines befeuchteten Watteträgers aus der Analregion ein Abstrich entnommen, der dann von einem Zytologen auf Zellveränderungen untersucht wird. Die Untersuchung ist absolut schmerzfrei und sollte einmal jährlich durchgeführt werden.
Leider wird diese Leistung von den meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht als Vorsorgemaßnahme anerkannt, so dass häufig eine Eigenbeteiligung notwendig ist.